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Leben und Forschen in Ladakh
Forschungsförderung unterstützt Forschungsprojekt in Indien

Mitte April bricht die Studentin Nina Töpfer von Stuttgart ins über sechstausend Kilometer entfernte Nordindien auf. Ihr Ziel ist Ladakh, eine abgelegene Region am oberen Indus in Kaschmir. Im Rahmen ihrer Diplomarbeit untersucht sie die Ernährungsgewohnheiten der dort lebenden Kinder. Ein Projekt, das in seinem sozialen Engagement weit über das herkömmlicher Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der Ernährungswissenschaften hinausgeht. Und das nicht zuletzt deshalb von der Forschungsförderung unterstützt wird.

Das Leben ist hart in Ladakh. Gerade einmal 130 000 Menschen leben in 3500 bis 7000 Meter Höhe zwischen Himalaya und Karakorum. Nur zwei Straßen verbinden die Hauptstadt Leh mit dem Rest der Welt. Während der eisigen Wintermonate, die in der Regel bis Ende Mai andauern, sind sie ebenso wie die wenigen Pässe in der Region gesperrt. Dann ist das Flugzeug die einzige Verbindung mit der Außenwelt. Erst 1975 wurde das Gebiet vom Militär für den Tourismus freigegeben. Doch durch die sauerstoffarme Luft, das raue Klima und die Abgeschiedenheit verirren sich Fremde höchstens während der Sommermonate hierher.

Auch Nina Töpfer ist nicht als Touristin hier. Die 26-Jährige studiert am Institut für Biologische Chemie und Ernährungswissenschaft der Universität Hohenheim in Stuttgart. Sie steht kurz vor dem Examen. Für ihre Diplomarbeit untersucht sie den Ernährungszustand von Kindern und Jugendlichen in Ladakh. Dafür hat sie kurzzeitig die komfortablen Laborräume der Universität gegen die widrigen Bedingungen des indischen Hochgebirges eingetauscht. Zwei Wochen lang wohnt sie zusammen mit rund 130 Kindern und Jugendlichen im Alter zwischen drei und 17 Jahren im Mahabodhi International Meditation Centre. Die Lebensmittelproben, die sie in dem Internat sammelt, bringt sie anschließend nach Deutschland, um sie auf ihren Energiewert, den Gehalt an Vitaminen, Spurenelementen, Proteinen sowie die Belastung mit Keimen und Parasiten zu analysieren. Auch Besonderheiten bei der Lagerung und Zubereitung, wie die Verwendung spezieller Gewürze oder verlängerte Kochzeiten, werden genau dokumentiert und bei der Analyse berücksichtigt.

"Unser Ziel ist es, die Ernährungssituation der Kinder langfristig und nachhaltig zu verbessern", sagt die Wissenschaftlerin. "Denn eine Mangelernährung mindert nicht nur das körperliche Wachstum, sondern wirkt sich darüber hinaus negativ auf die geistige Entwicklung aus. Auch gefährlichen Infektionskrankheiten, von denen vor allem Kinder besonders schnell betroffen sind, kann man mit einer ausgewogenen Ernährung vorbeugen."

Doch der Weg dorthin ist lang und kostenintensiv, da Nina Töpfer während ihrer Arbeit mehrmals nach Ladakh fliegen muss, um das Projekt voranzubringen. Unterstützung erhält sie dabei von der Forschungsförderung, die mit einem finanziellen Zuschuss in Höhe von 2.000 Euro einen Teil der Kosten trägt. Jedes Jahr fördert Vitamins & More Europe, Hersteller von Nährstoffpräparaten, fünf ausgewählte Forschungsprojekte aus dem Bereich der Ernährungswissenschaft. Darüber hinaus wird einmal pro Jahr der mit 5.000 Euro dotierte Wissenschaftspreis Mikronährstoffe vergeben.

"Das Projekt von Frau Töpfer hat uns deswegen so gut gefallen, weil es zeigt, dass Nährstoffforschung auch zur Lösung des Ernährungsproblems in der Dritten Welt einen wichtigen Beitrag leisten kann", erläutert Michael Faber von Vitamins & More Europe. "Aus wissenschaftlicher Perspektive ist für uns interessant, dass Frau Töpfer sich nicht nur mit der Analyse der Lebensmittel, sondern auch mit der landesüblichen Zubereitung und Lagerung befasst. Das ist ein Aspekt, der bislang von der Forschung zu sehr außer Acht gelassen wurde."

Wenn Nina Töpfer ihre Arbeit im Juli beendet, ist das "Projekt Ladakh" längst noch nicht abgeschlossen. Dann gilt es, die Ergebnisse ihrer Forschung für die Kinder nutzbar zu machen. Geplant ist, ein Health Centre in Ladakh zu errichten, in dem Ernährungsmediziner wie Töpfers Betreuer Professor Dr. Biesalski zum Beispiel konkrete Ernährungstipps geben, um ernährungsbedingten Krankheiten vorzubeugen und notfalls auch Nährstoffpräparate verteilen, falls eine Unterversorgung durch die Ernährung nicht ausgeglichen werden kann. Auch Nina Töpfer will sich weiterhin in Ladakh engagieren - am liebsten im Rahmen einer Promotionsarbeit und eines längeren Forschungsaufenthaltes.


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